Zitate von Bernhard von Clairvaux „Wer sich Schätze im Himmel sammelt, braucht den Dieb nicht zu fürchten, und wer nach dem großen Lohn sich ausstreckt, braucht über die vielfältigen Drangsale nicht zu klagen.“ „Bei den mancherlei wiederkehrenden Nöten geht der Mensch immer wieder zu seinem Gott. Da lernt er ihn kennen.“ „Umsonst fragst du die Schrift um Auskunft; frage lieber die Erfahrung.“ „Glaube mir, ich habe es erfahren, du wirst ein Mehreres in den Wäldern finden als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was kein Lehrmeister dir zu hören gibt.“ „Erkenne dich als Bild Gottes und erröte darüber, daß du es mit einem fremden Bilde überdeckt hast. Gedenke deines Adels und schäme dich eines solchen Abfalls! Verkenne doch deine Schönheit nicht, auf daß du noch mehr ob deiner Häßlichkeit erschauderst.“ „Denn nicht das Geistige kommt zuerst, sondern das Natürliche.“ „Es ist nicht genug, seine Amtspflicht nur so zur Not hin zu erfüllen, sondern man muß auch seinem Amte Ehre machen.“ „Nicht die Friedensredner, sondern die Friedensstifter werden gelobt.“ „Was ist Gott? Er ist Länge, Weite, Höhe und Tiefe.“ „Reinige das Auge, damit du das reinste Licht schauen kannst.“ „Empfängt man nicht Weihe, wenn man Großes sieht?“ „Müßiggang ist die Quelle schlechter Begierden.“ „Der Neugier dienen der schweifende Fuß und das zügellose Auge. Der Eitelkeit aber dienen Auge und Ohr.“ „Lieb ist wohl allen das Licht; aber am liebsten denen, die lange in finsterer Nacht wandelten.“ „Der Liebe Lohn ist: was sie liebt, und daß sie liebt.“ „Niemand kann ohne Selbsterkenntnis selig werden. Denn aus ihr geht die Mutter des Heils, die Demut, hervor.“ „Also schweigen wir! Damit es nicht so aussieht, als würde ich das Maul gegen den Himmel aufreißen.“ „Das Wollen ist uns gegeben auf Grund unserer freien Willensentscheidung, nicht aber das Können dessen, was wir wollen.“ „Die Liebe Gottes gebiert die Liebe der Seele. Gott richtet als erster seine Aufmerksamkeit auf die Seele, und dadurch wird sie auf ihn aufmerksam. Er sorgt sich um sie, und sie fängt dadurch an, sich um ihn zu sorgen.“ „Die Liebe wandelt die Seelen um und macht sie frei.“ „Ziehe dich ab und an von dem zurück, womit du dich beschäftigst.“ „Eine Seele ist nie ohne Geleit der Engel, wissen doch diese erleuchteten Geister, daß unsere Seele mehr Wert hat.“ „Ganz licht und klar sein heißt: am Ziele sein.“ „Willst du die Hölle stillen, So laß deinen Eigenwillen.“ „Glaub mir, ich hab's erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in Büchern; Bäume und Steine werden Dich lehren, was kein Lehrmeister Dir zu hören gibt.“ „Viele studieren nur, um etwas zu wissen, das ist Vorwitz; andere, damit sie etwas gelten, und das ist Eitelkeit; andere, um ihre Kenntnisse feilzubieten, und das ist Eigennutz, wenige nur, um andere zu erbauen oder selbst erbaut zu werden.“ „Aus dem Schweigen kommt alle Kraft.“ „Die Liebe blickt zu niemandem bewundernd hinauf, sie schaut auch auf niemanden verächtlich hinab. Sie betrachtet alle als gleich, die einander vollkommen lieben. Sie gleicht durch sich selbst hoch und niedrig aus. Sie macht nicht nur alle gleich, sondern sie macht auch alle eins.“ „Wir finden innere Ruhe bei denen, die wir lieben, und wir schaffen in uns einen ruhigen Ort für jene, die uns lieben.“ „Gönne Dich dir selbst! Ich sage nicht: Tu das immer. Aber ich sage: Tu es wieder einmal. Sei wie für alle anderen Menschen auch für dich selbst da.“ „Stehe an der Spitze, um zu dienen, nicht, um zu herrschen!“ „Es ist ja das große Glück, den Wurm dann zu spüren, wenn er noch vernichtet werden kann.“ „Ein von Zorn getrübtes Auge sieht nicht mehr, was recht oder unrecht ist.“ „Nicht die Armseligkeit macht den Menschen selig, sondern die Barmherzigkeit.“ „Fort mit dem Gedanken an Verdammung, fort mit der Furcht, fort mit der Unruhe!“ „Du kannst nicht lieben, wen du nicht kennst. Kannst nicht besitzen, wen du nicht liebst.“ „Darin ermahne ich euch: Hört die innere Stimme.“ „Leben heißt nicht fragen. Leben ist Antwort durch Leben und Tat.“ „Es wäre eine Schande, ein wehleidiges Glied zu sein unter einem dornengekrönten Haupt.“ „Wer, o Jesus, Dich nicht kennt, kennt keine Weisheit; wer nicht für dich leben will, der lebt umsonst.“ „Was würde umfassende Bildung ohne Liebe tun? Sich aufblähen. Was Liebe ohne umfassende Bildung? Sich verirren.“ „Wie hoch dich Gott einschätzt, magst du daraus erkennen, was er für dich geworden ist.“ „Die Seele, die Gott liebt, sucht keinen anderen Lohn für ihre Liebe als Gott selbst. Sucht sie aber einen anderen Lohn, dann liebt sie diesen Lohn, nicht aber Gott.“ „Alle menschliche Liebeskraft muß auf eine unaussprechliche Weise sich selbst ganz verflüssigen und sich ganz und gar in das Wollen Gottes ergießen. Denn wie anders würde Gott alles in allem sein, wenn im Menschen noch etwas vom Menschen übrig bliebe? Zwar bleibt seine Substanz, aber in einer anderen Form, in einer anderen Herrlichkeit, in einer anderen Potenz.“ „Gott ist die Ruhe, und er beruhigt alles. Ihn anschauen, heißt selber ruhen.“ „Ihr sollt nicht mitteilen wollen, bevor ihr angefüllt seid.“ „An die Heiligen zu denken heißt gewissermaßen, sie zu schauen.“ „Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.“ „Gott ist Licht wegen seiner Helligkeit, Friede wegen seiner Ruhe, eine Quelle wegen seiner überfließenden Fülle und der Ewigkeit.“ „Ruhen wir aus im Herzen jener, die wir lieben, gleichwie jene, die wir gern haben, in unserem Herzen ruhen sollen.“ „Was ist Frömmigkeit?, fragst du. Der Selbstbesinnung leben.“ „Uns fehlt die Gabe, die Dinge so zu schmecken, wie sie sind.“ „Die Wahrheit bleibt den Stolzen verborgen, den Demütigen aber wird sie geoffenbart.“ „Durch die unnatürliche Kost wird der Hunger nur gesteigert.“ „Sei wie eine Brunnenschale, die zuerst das Wasser in sich sammelt und dann überfließend es weitergibt“ „Gewiss ist die Krankheit nützlich, die nach der Hand des Arztes verlangt.“ „Die Guten verdanken es den Bösen, daß sie kämpfen müssen und also kämpfend sich gut erhalten.“ „Das Fleisch und Blut, das tönerne Gefäß, die irdische Wohnstatt: wann können sie das fassen? Wann erfahren sie dieses Angerührtwerden: daß der Geist, trunken von göttlicher Liebe, sich selbst vergißt, wie ein Gefäß in sich selbst zerbricht, ganz in Gott eingeht, Gott umarmt und ein Geist mit ihm wird?“ „Wahre Liebe ist nicht ohne Lohn, doch sie liebt nicht für Lohn.“ „Aus welchem Grund und mit welchem Maß soll man Gott lieben? Ich sage: Der Grund, weshalb wir Gott lieben sollen, ist ganz einfach Gott, und das Maß ist die Maßlosigkeit.“ „Jesus ist Honig im Mund, Gesang im Ohr, Jubel im Herzen.“ „Der Grund, weshalb wir Gott lieben, ist Gott selbst.“ „Weil wir fleischlich sind und aus der Begierlichkeit des Fleisches geboren werden, muß unsere Begierde oder Liebe im Fleisch beginnen. Wird diese in die rechte Ordnung gelenkt, so wird sie unter Führung der Gnade voranschreiten und schließlich im Geist zur höchsten Vollendung gelangen.“ „Den Kirchen fehlen ihre Gemeinden von Gläubigen; den Gläubigen fehlen Priester und den Priestern fehlt jegliche Ehre. Alles was bleibt, sind ein paar Christen ohne Christus.“ „So ist also Furcht das Gesetz des Sklaven, an das er gebunden ist, die Begierde das Gesetz des Mietlings, in das er eingezwängt ist und das ihn zieht und lockt.“ „Wissen ohne Liebe bläht auf, Liebe ohne Wissen gerät in Irrtum.“ „Das Werk gibt dem Wort innere Stärke, doch das Gebet erwirbt für Taten und Worte innere Kraft.“ „Recht zu leben, glaubst du, das sei etwas Geringes? Nein, das ist etwas Großes, ja das Höchste.“ „Weder körperliche noch örtliche Umstände vermögen die Freiheit liebender Seelen einzuengen.“ „Je glühender der Eifer, je stürmischer der Geist, je überbordender die Liebe wird, desto notwendiger wird ein wachsamer Verstand, der den Eifer zügelt, den Geist mäßigt und die Liebe in geordnete Bahnen lenkt.“ „Weil wir nun fleischlich sind und aus fleischlicher Begierde entstanden, so muss unser Verlangen oder unsere Liebe beim Fleische anfangen.“ „Gott wird so viel verstanden, wie er geliebt wird.“ „Die haben sich vor Dieben nicht zu fürchten, die sich Schätze für den Himmel sammeln.“ „Die Ruhe Gottes macht alles ruhig. Und wer sich in Gottes Ruhe hinablässt, ruht.“ „Besser noch, das Ärgernis entsteht, als daß man die Wahrheit im Stich läßt.“ „Glühen ist mehr als Wissen.“ „Wenn Du keinen Raum mehr für Besinnung vorsiehst, wie kannst Du voll und echt Mensch sein?“ „Lesen ohne Nachdenken macht stumpf; Nachdenken ohne Lesen geht irre.“ „Es ist gut daß du in die Kirche kommst; besser noch, sie kommt in dich.“ „Beuge dich doch lieber, um dich leichter aufzurichten!“ „Gott bringt das Öl seines Erbarmens nur in dem Krüglein ›Gottvertrauen‹.“ „Das Gute wollen ist ein Fortschritt, das Böse wollen ein Rückschritt.“ „Die Demut ist die Tugend, durch die der Mensch in der richtigen Erkenntnis seines Wesens sich selbst gering erscheint.“ „Gott verlangt, gefürchtet zu werden als Herr, geehrt zu werden als Vater und geliebt zu werden als Bräutigam. Was ist das Höchste, das Beste davon? Gewiß die Liebe.“ „Es gibt kein Eisen und kein Gift, das ich so sehr fürchte wie die Leidenschaft, zu herrschen.“ „Was gibt es denn Schimpflicheres, als in einem aufrechten Leibe eine bucklige Seele herumzutragen.“ „Das Band der Liebe hält noch besser als das Band, das die Natur so stark um Eltern und Kinder geschlungen hat.“ „Das Kreuz ist eine Last von der Art, wie es die Flügel für die Vögel sind. Sie tragen sie aufwärts.“ „Rufe nur mit Andacht zu Maria, sie wird deine Not nicht unbeachtet lassen, da sie barmherzig, ja die Mutter der Barmherzigkeit ist.“ „Dieses ist das ganze Verdienst des Menschen, daß er all' seine Hoffnung auf Gott setze!“ „Halte aber das Paradies der inneren Wonne nicht für einen körperlichen Ort. Diesen Garten betritt man nicht mit Füßen, sondern mit dem Herzen.“ |